Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Updates ’15

Es gibt noch ein paar Neuigkeiten in diesem Jahr!

Ein paar Tickets zur Gedenkdemonstration in Hachenburg am 28.12.2015 gibt es noch, wenn ihr noch spontan mitfahren wollt meldet euch bei uns über Facebook oder per E-Mail

Wir haben außerdem nachträglich unsere Rede von der Gedenkkundgebung nach den Anschlägen von Paris hochgeladen: Ihr findet sie unter der Rubrik Material

Der Infoladen Trier schließt leider vorrübergehend seine Türen in der Hommerstraße, daher finden unsere Treffen ab jetzt jeden Dienstag im Friedens- und Umweltzentrum Trier statt!

Wir wünschen euch noch schöne Ferien und einen guten Start ins neue Jahr,

Freundschaft!

Jahresabschlussfeier 2015

Wir laden euch (Mitglieder, Förderer, Alt-Falken, u.a. Genoss*innen und Freund*innen) wie jedes Jahr zu einer gemütlichen Jahresabschlussfeier in die Scheinbar Trier ein. Für Getränke (Tee, Bier, Glühwein) und Kekse sowie Knabbereien ist gesorgt. Es wird auch wieder einen Foto-Rüclblick auaf 2015 geben. Für auswärtige Genoss*innen können wir auch Schlafplätze stellen.

Vortrag und Anreise

Am 28. Dezember 1990 wurde der 17-jährige Nihad Yusufoglu in Hachenburg (Westerwald) von einem gleichaltrigen Neonazi erstochen. Nihad war eines der ersten Todesopfer des erstarkenden Naziterrors im wiedervereinigten Deutschland der 1990er Jahre.

Dieses Jahr findet 28. Dezember anlässlich des 25. Todestag von Nihad Yusufoglu eine Gedenkdemo statt. Wir wollen gemeinsam nach Hachenbrug fahren und uns vorher mit rechter Gewalt und rechtem Terror auseinandersetzen. Dafür haben wir die Initiative Kein Vergessen Koblenz eingeladen am 16.12. um 19 Uhr einen Vortrag in der Scheinbar zu halten.

Der Vortrag wird vor allem auf rechte Gewalt und ihre Opfer in Rheinland-Pfalz eingehen. Im Fokus stehen die 1990er Jahre und ihre Folgen bis heute.

Am 28. Dezember fahren wir dann zusammen mit dem Bus nach Hachenburg. Der Bus wird über Koblenz fahren. Tickets könnt ihr am besten beim Vortrag besorgen, dort wird es auch noch ein paar Infos zur Demo geben.

FB-Event: facebook.com/events/1246776665349307/

Remagen Nazifrei 2015: Vortrag und Anreise

Für Freitag, den 13.11. haben wir ein/e Referent/in vom Bündnis „Remagen Nazifrei“ für einen Vortrag zum Naziaufmarsch in Remagen und dessen historische und personelle Hintergründe eingeladen. Los geht’s um 19 Uhr im Infoladen (wohl die letzte Veranstaltung von uns in den alten Infoladenräumlichkeiten…!). Mehr Infos, bitte weiter lesen:

Remagen Nazifrei:

Am 21. November wollen zum wiederholten Male Neonazis durch Remagen ziehen. Das Bündnis Remagen Nazifrei organisiert dieses Jahr vor dem Naziaufmarsch einen Gedenkspaziergang, der an verschiedenen historischen Orten an die Remagener Opfer des Nationalsozialismus erinnern soll.
Nach dem Gedenkspaziergang gibt es verschiedene Veranstaltungen in der Remagener Innenstadt und Protestaktionen gegen den Naziaufmarsch. Das Bündnis NS Verherrlichung stoppen ruft zu einer Demonstration unter dem Motto „Solidarität mit allen Geflüchteten – Rechtsterrorismus bekämpfen“ auf.

Der Vortrag wird einmal einen Überblick über die verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen am 21. November geben, aber auch den erinnerungspolitischen Kontext in Remagen beleuchten. Als Anlass für ihre jährliche Demonstration dienen den Neonazis die sogenannten Rheinwiesenlager, US-Kriegsgefangenenlager im Frühjahr 1945.

Anreise:

Aus Trier wollen wir mit einem Bus nach Remagen fahren um uns den verschiedenen Veranstaltungen anzuschließen. Tickets und Infos zur Anreise gibt esebenfalls auf der Veranstaltung.

Gedenkspaziergang 10 Uhr Remagen
https://www.facebook.com/events/542913662543246/

Demonstration von NS Verherrlichung stoppen: 11 Uhr Remagen

Die Kneipe nach dem Vortrag lädt wie gewohnt zum trinken gekühlter Getränke und diskutieren ein!

Nachtrag (2): Rede vom 01.05.15

Im folgenden dokumentieren wir unsere Rede zum Roten 1. Mai in Trier:

Ihr findet die Rede auch hier als pdf!

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,

Im Jahr 1889 erklärte der Gründungskongress der Zweiten Internationalen den 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterbewegung. Dies geschah in Erinnerung an die Haymarket Affair in den ersten Maitagen 1886 und zum Gedenken an die in der Folge hingerichteten Anarchisten. 1886 hatten Arbeiter in den USA den Acht-Stunden-Tag und bessere Löhne gefordert. Die Durchsetzung ihrer Ziele suchten sie durch Streiks. Am 1. Mai kam es in Chicago zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht, auf beiden Seiten gab es Tote und Verletzte.

Auch heute gibt es Gründe, Arbeitskämpfe zu führen. Stellenabbau und Prekarisierung von Arbeit bedrohen die Existenzen von Lohnabhängigen. Die Bereitschaft zum Konflikt scheint jedoch abzunehmen. Zugleich untergräbt die deutsche Sozialdemokratie, anfänglich unterstützt von den Gewerkschaften, mit Gesetzen zur Tarifeinheit die Möglichkeiten gewerkschaftlicher Organisation. Diese Entwicklungen stellen einen Angriff auf bisher erkämpfte soziale Standards dar. Jedoch sind sie nicht das eigentliche Problem.

Die Konkurrenz macht es für Unternehmen erforderlich, billiger zu produzieren oder nicht gewinnbringende Produktionen ganz einzustellen. Wer hier nicht mithalten kann, geht den Bach runter. Die Arbeiterinnen und Arbeiter hingegen gehen davon aus, in der Arbeit ihr Glück zu finden. Viele hoffen auf ein Auskommen oder zumindest einen Zuschuss zu Hartz IV. Manche glauben sogar ernsthaft, in kreativen Berufen, flexiblen Arbeitszeiten und Selbstmanagement die große Freiheit zu erleben. Ein Einkommen zu haben stellt sich in dieser Gesellschaft als Notwendigkeit dar. Flexible und kreativ gestaltete Arbeitszeiten geben den Leuten endlich die Gelegenheit, sich selbst über die Zwänge von Feierabend und bezahltem Urlaub zu erheben und den Besten der Besten ein frühzeitiges Burnout zu verschaffen.

Dabei hat Lohnarbeit nicht viel mit Naturzwang oder gar Selbstbestimmung zu tun. Lohnarbeit bedeutet, die eigene Arbeitskraft zu verkaufen. In dieser Gesellschaft ist das die Voraussetzung, um Zugang zu anderen Waren zu erhalten. Dieser Zugang ist über den Markt vermittelt. Um an Geld zu kommen, also zu Marktteilnehmerinnen und –teilnehmern zu werden, scheint es angebracht, im Zweifel noch die unangenehmsten Tätigkeiten über sich ergehen zu lassen. Werden diese plötzlich von Maschinen erledigt, ist das kein Grund zur Freude. Es wirkt absurd, ist aber unter den vorherrschenden Bedingungen nicht ganz unverständlich, dass Menschen die eigene Verwertbarkeit über alles geht und sie darin noch Glück, Identität und Selbstverwirklichung suchen.

Vor dem Hintergrund eines 12-Stunden-Tages ist der Kampf für einen Acht-Stunden-Tag ein begrüßenswertes Unterfangen, 8,50 sind als Stundenlohn netter als 5€ (auch wenn ein Herr Sarazin angeblich sogar noch für letzteres arbeiten würde). Aber warum acht und nicht vier Stunden? Warum 8,50 und nicht 20€? Die Begrenzung der Arbeitszeit und der Mindestlohn sind gemessen an dem, was vorher war, nicht unbedingt schlecht. Aber darin liegt sicherlich nicht die große Befreiung. Ziel sollte es sein, allen Menschen den Zugang zu möglichst allen Gütern zu gewähren und die unangenehmen Tätigkeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Dazu wird es in dieser Gesellschaft nicht kommen. Im Hier und Jetzt gilt die sozialdemokratische Binsenweisheit „Nur wer arbeitet, soll auch essen“. Um diese Unvernunft zu überwinden, müssen die Produktionsverhältnisse andere werden. Die Produktionsmittel müssen vergesellschaftet werden, an die Stelle von Warentausch und Mehrwert muss die Befriedigung der Wünsche und Bedürfnisse jeder und jedes Einzelnen treten.

Gegen den herrschenden Arbeitsfetisch! Für die sozialistische Weltgesellschaft!